Azurukgun Khazar-Narak

Description:

Azurukgun Kharzar-Narak (Khasa) vom Klan Thedron nun Mitglied von Kurgun

Größe: 6’ (1,83m)
Gewicht: 225 lbs (102kg)
Augenfarbe: schwarz
Haarfarbe: schwarz-braun
Hautfarbe: grau
Besondere Merkmale: dicke, gezackte Narbe von der linken Schläfe bis zum Kinn

Bio:

Meine früheste Erinnerung war Hunger. Hunger und Kälte.
Ich wuchs zusammen mit einigen anderen Kindern in der abgelegenen Höhle einer alten, fast blinden Zwergin auf. Sie besaß nicht viel, doch das wenige, das sie hatte teilte sie mit mir und meinen fünf Geschwistern. Ich war der jüngste und schwächste, aber Mitleid gab es dennoch nicht, da jeder sich selbst der nächste war – außer Banûl. Sie war eine fast 300 Jahre alte Witwe eines Seilers, die sich trotz ihrer Behinderung unserer annahm, dem Abschaum der zwergischen Rasse, den von den Zwergen wohl am meisten gehassten Lebewesen – den Dworg.
Wir lebten am Rande der Festung Calador, wo kaum ein Zwerg hauste und es mehr Ratten als Einwohner gab. Sobald ich mich nützlich machen konnte, musste ich meinen Geschwistern helfen für unseren Lebensunterhalt zu sorgen, was durch unsere unglückselige Herkunft kein leichtes Unterfangen war. Die alte Witwe hatte den älteren das Handwerk ihres verstorbenen Mannes beigebracht – so gut sie konnte – und verkaufte die Seile auf dem Markt. Jeder wusste, dass sie von Dworg hergestellt wurden und obwohl die Qualität durchaus akzeptabel war, konnte die Alte sie nur zu einem Bruchteil des eigentlichen Wertes verkaufen. Deshalb war in unserer Höhle Essen und Brennmaterial immer knapp.
Im Alter von sechs Jahren erfuhr ich, dass meine Geschwister nicht meine richtigen Brüder und Schwestern waren, sondern alle ausgesetzt und verstoßen worden waren. Banûl hatte allesamt gefunden und aufgenommen, um uns vor dem drohenden Tod zu bewahren, denn anders als der Rest des Klans Thedron sah sie in uns Lebewesen, ja sogar Zwerge und nicht das Produkt Krieg, Hass und brutalen Übergriffen. Sie verkörperte für mich Familie und diese Zeit mit ihr war, trotz der Umstände, die unbeschwerteste meines Lebens.
Als ich zwölf war starb Banûl und wir Geschwister mussten selbst sehen, wie wir zurecht kamen. Das erste Jahr war sehr hart und meine jüngste Schwester starb an den Folgen von Hunger und Krankheit. Kurz darauf wurde mein ältester erschlagen, als es auf dem Markt zu ein Auseinandersetzung zwischen ihm und einem anderen Zwerg kam. Daraufhin beschlossen wir übrigen unser Glück in festen Anstellungen zu suchen und ich fand diese bei einem Seiler im Handwerkerviertel, als eine Art Lehrling. Dort bekam ich Essen, die Möglichkeit im ausgedienten Schweinestall zu schlafen und zusätzlich ein Kupferstück pro Woche, mit dem ich meine Geschwister unterstützen konnte. Ich leistete gute Arbeit, da ich den anderen Lehrlingen körperlich überlegen war und selbst anstrengende Tätigkeiten mühelos bewältigen konnte. Daraus entwickelte sich bei ihnen Neid und Missgunst, was sich in Hänseleien und streichen äußerte. Besonders Zangil, mein zwergischer Mitlehrling, machte keinen Hehl aus seiner Abneigung mir gegenüber, stachelte die anderen an und ging sogar einmal auf mich los, als unser Meister uns gemeinsam auf den Markt schickte. Das einzige, was mir half diese Situation durchzustehen, war die Tatsache, dass ich meinen Geschwistern die benötigte Unterstützung bieten konnte.
Das sollte sich jedoch in einer schicksalhaften Nacht ändern. Ich erwachte von einem Geräusch und sah nur noch, wie sich vier Schatten auf mich stürzten und begannen auf mich einzuschlagen. Zunächst versuchte ich mich vor den Schlägen und Tritten zu schützen, aber sie ließen nicht von mir ab, im Gegenteil. Dann hörte ich Zangils wütende Stimme: “Tötet ihn! Er ist eine Schande für unser Volk!” Da wurde mir schlagartig klar, dass es weit über einen normalen Streich hinaus ging und ich begann wild um mich zu schlagen. Ich traf einen der Angreifer, der daraufhin zurücktaumelte, bekam einen anderen zu packen und versetzte ihm einen wuchtigen Schlag in die Magengrube. Plötzlich wurde ich von hinten gepackt und gewürgt bis mir fast schwarz vor Augen wurde, doch es gelang mir die Umklammerung des Angreifers zu lösen, indem ich mich rückwärts gegen einen Pfeiler warf. Dann begann ich auf den Benommenen einzuprügeln, wie im Rausch. Bis meine Hände blutig waren. Ob es mein eigenes, oder das Blut des Angreifers war wusste ich nicht. “Er bringt ihn um! Hilfe! Hilfe, der Dworg bringt ihn um!” Da bemerkte ich, dass sich mein Gegenüber nicht mehr bewegte, ein anderer sich einige Schritte entfernt auf dem Boden krümmte und die anderen beiden aus der Tür gerannt waren und Alarm schlugen. Ich erkannte Zangil fast nicht, wie er blutend vor mir lag… und da wurde es mir klar – ich war verloren!
Ich rannte. Rannte aus dem Stall, aus dem Viertel, immer weiter. Geschrei hinter mir. Ich rannte. Rannte durch die Stadt, aus dem Tor, immer weiter in die Dunkelheit. Irgendwann hörte ich nur noch meine eigenen Schritte und das Echo meines keuchenden Atems, aber ich erlaubte mir nicht anzuhalten. Schließlich brach ich völlig erschöpft zusammen, schlug der Länge nach hin und es wurde mir schwarz vor Augen.
Ich schreckte hoch, alarmiert von einem lauten Knurren und blickte mich gehetzt um. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich realisierte, dass es nur mein Magen war – wie lange hatte ich hier gelegen? Ich wusste es nicht! Ich bemerkte ein kleines Bündel neben mir auf dem Boden liegen. Offenbar hatte ich bei der überstürzten Flucht noch meinen Beutel, mit einigen Münzen und meinem Seilermesser, gegriffen. Essen befand sich jedoch nicht darin. Mit 15 begann die schwerste Phase in meinem Leben – ich war allein, ohne Nahrung, außerhalb meiner bekannten Umgebung und ohne einen Ort, an den ich gehen konnte.
Nach einigen Tagen begann ich, vom Durst getrieben, aus kleinen Pfützen zu trinken, doch das bekam meinem Magen gar nicht und so lernte ich auf harte Art und Weise nur fließendes Wasser zu trinken. Über die kommenden Wochen – oder waren es Monate? – fand ich mich immer besser zurecht. Meine Orientierung in diesem Labyrinth aus Höhlen und Gängen wurde besser, jedoch verlor ich jegliches Gefühl für Zeit. Eines Tages entdeckte ich ein schwaches Licht am Ende eines langen Tunnels und ging darauf zu. Es wurde heller und heller und plötzlich stand ich… an einem Abgrund, aber er war anders als alles, was ich bis dahin gesehen hatte. Die Höhlendecke war verschwunden und das helle Licht schmerzte meine Augen so sehr, dass ich mich wieder in den Gang zurückziehen musste. War das die Oberfläche, von der ich schon einige Male gehört hatte? Sie musste es sein. Nach einiger Zeit wagte ich mich wieder nach vorne, doch meine Augen hatten schon lange kein helles Licht mehr erblickt und begannen nur sehr langsam sich daran zu gewöhnen. Ich blieb sehr lange am Abgrund sitzen und ließ die Umgebung auf mich wirken bis ich bemerkte, dass es kühler geworden war und vor allem dunkler. Von nun an weitete ich meine Erkundungszüge ab und zu auch auf die Außenwelt aus, da es dort doch erheblich leichter war Nahrung und Wasser zu finden, doch der Schutz, den die inzwischen vertrauten Tunnel und Höhlen boten, war nicht derselbe, weswegen ich mich nie zu weit von einem Eingang entfernte.
Bei einem meiner Ausflüge an die Oberfläche bemerkte ich eine Gestalt und begann ihr unauffällig zu folgen. Doch ich war offensichtlich nicht so unauffällig, wie ich dachte, denn auf einmal drehte sich die Gestalt zu mir um, stieß einen Pfiff aus und überall um mich herum tauchten hinter Felsen weitere Personen auf. Ich spürte einen Stich im Nacken und die Welt um mich herum begann zu verschwimmen.
Als ich wieder zu mir kam war ich gefesselt in einer von Fackeln erleuchteten Höhle und viele Augenpaare starrten mich neugierig an. Gnome, Zwerge und Halbblute verschiedenen Alters und alle schienen auf etwas zu warten. Ich versuchte meine Fesseln zu lösen, was aber niemanden weiter zu stören den Anschein hatte. Dann teilte sich die Menge und ein stattlicher Zwerg mit grauem Bart kam auf mich zu. Er hatte seine Streitaxt lässig über die Schulter gelegt und begann zu fragen, wer ich sei, was ich in diesem Gebiet zu suchen hätte und vor allem, warum ich sie verfolgt hatte. Ängstlich aber zugleich auch froh, nach so länger Zeit wieder mit einer Person reden zu können, antwortete ich wahrheitsgemäß, dass mein Name Azurukgun Khazar-Narak vom Klan Thedron sei und aus der Festung Calador geflohen war, allerdings nicht die geringste Ahnung hatte, wie lange das her sei, geschweige denn wusste, wo ich mich befand. Ich erzählte auch, wie es dazu gekommen war, dass ich in die Tunnel geflohen war und keinen Ort hatte zu dem ich zurückkehren konnte. Er hörte schweigend zu und ging dann, als ich die ganze Geschichte wiedergegeben hatte, ebenso wortlos davon.
Nach einiger Zeit kam er mit zwei anderen Zwergen zurück und teilte mir mit, dass sie mich mit in ihr Lager nehmen und dort über mein weiteres Schicksal entscheiden würden. Ohne Aussicht auf einen anderen Ausweg aus meiner misslichen Lage willigte ich ein. Dieser Tag sollte zum Wendepunkt in meinem Leben werden.
Ich war also auf den Klan Kurgun gestoßen, wo ich bis zum heutigen Tag meine neue Heimat fand. Sie erkannten schnell, dass ich nicht nur nützlich als Seiler war, sondern auch ein großes Talent im Umgang mit jeglichen Waffen besaß und bildeten mich aus, um ihnen in ihrem Kampf gegen den Schatten zu helfen. Bei den vielen Trainingsstunden fiel mir ein kleiner Gnom, der ebenso ehrgeizig seine Waffenfertigkeiten verbessern wollte, wie ich. Schließlich freundeten wir uns an und ich verbrachte viel Zeit mit ihm. Nori wurde mein bester Freund und wir verbrachten einen Großteil der folgenden sieben Jahre beim Klan Kurgun zusammen. Er erzählte von dem Schatten, der auf der Welt lastete und dem Kampf ihres Klans, den sie gegen ihn führten. Während meiner ganzen Jugend in Calador hatte ich nie von einer Bedrohung dieses Ausmaßes gehört und war zunächst sehr erschrocken, doch dieser Schock wandelte sich schnell in Hass auf den Schatten und diejenigen, die für meine unselige Herkunft verantwortlich waren – die Orks.
Als ich 19 Jahre alt war durfte ich an meinem ersten Feldzug teilnehmen. Mir war nicht klar, was mich erwarten und mein Geschick mit dem Kampfhammer, der meine Lieblingswaffe geworden war, ausreichen würde, um unversehrt zurückzukehren. Unser Angriff auf das Orklager startete im Morgengrauen und ich hielt mich zunächst im Hintergrund. Ich hatte zwar schon einen solchen Angriff als Beobachtungsposten gesehen, aber nur aus sicherer Entfernung. Das hier war etwas völlig anderes. Die Orks waren unserem Trupp zahlenmäßig leicht überlegen, aber das Überraschungsmoment war auf unserer Seite. Es entstand ein heilloses Durcheinander und plötzlich fand ich mich mitten im Getümmel wieder, direkt vor einem riesigen Ork, der ein fast ebenso großes Schwert schwang und auf mich zu kam. Starr vor Schreck konnte ich meinen Schild nicht mehr rechtzeitig vor mich bringen, doch ein glücklicher Reflex sorgte dafür, dass er nur leicht mein Gesicht streifte, statt mir den Kopf von den Schultern zu trennen. Der Schmerz erinnerte mich an meine unzähligen Trainingsstunden und mein Körper begann fast von selbst mit den einstudierten Bewegungsabläufen. Ein heftiger Kampf entbrannte zwischen uns, bei dem ich bald an meine Grenzen stieß. Verzweifelt versuchte ich ihn zurückzudrängen, was mir auch gelang. Der Ork machte einen Schritt nach hinten, stolperte über einen Leichnam und stürzte. Sofort nutze ich meine Chance nachzusetzen und schlug mit all meiner verbliebenen Kraft zu. Ich hatte gesiegt, ich hatte meinen ersten richtigen Gegner bezwungen, aber mich dabei so verausgabt, dass ich mich nicht mehr von meinen Knien erheben konnte. Glücklicherweise hatte sich die Schlacht in der Zwischenzeit von unserem Kampfplatz fortbewegt und ging kurz darauf mit dem Tod des letzten Ork zuende. Dann tauchte Nori an meiner Seite auf und begann besorgt mein Gesicht zu verarzten, denn die Wunde blutete stark, was ich bis dahin überhaupt nicht wahrgenommen hatte. Das dauerte eine ganze Weile, jedoch konnte ich während der ganzen den Blick nicht von der schrecklichen Waffe des Ork lassen und hob sie auf, als Nori schließlich seine Arbeit beendet hatte. Das Schwert lag trotz seiner Größe und seines Gewichts gut in meiner Hand und ich schwor mir damit zu trainieren, bis ich diesen dunklen Kreaturen das Leid, das sie über mich und die Welt gebracht hatten, mit ihrer eigenen Waffe zurückzahlen konnte.
Die Narbe in meinem Gesicht erinnert mich immer noch an jenen Tag, besonders heute, da ich wieder zu einer Mission aufgebrochen bin, die zum Ziel hat einige wichtige Dokumente aus Baden’s Bluff in unseren Besitz zu bringen.
Mein Trupp befindet sich außerhalb der Stadt und wir warten nur auf unser Zeichen, um loszuschlagen. Doch dann ist plötzlich alles anders, als geplant. Überall tauchen Orks und Priester auf, die Schergen des Schattens haben uns umzingelt und machen uns gnadenlos nieder. Im Lärm des aufwogenden Kampfes höre ich eine grausige Stimme, die mir einen Schauer über den Rücken jagt: “Den nicht! Den brauchen wir le…” Der Rest des Satzes wird von der Schwärze um mich herum verschluckt…

Azurukgun Khazar-Narak

Of Shadows and Mirrors... nexor